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3 Anstrengende Wochen
«Bush News Sabine Baumann 15. April 2016»


Drei anstrengende Wochen Jagd

«Bush News 15. April 2016»

Nach drei anstrengenden Wochen Jagd mit extrem wenig Schlaf, vielen aufregenden Fussmärschen durch den Bush, Tag und Nacht, lautlosem Ausharren während Stunden hinter einem Gestrüpp, sitze ich nun im Naivasha Safari Camp und geniesse meine Ruhe.
Unsere Gäste sind heute früh um 6 Uhr abgereist. Nun habe ich Zeit zu relaxen und Lärm zu machen. Ich hatte ja keine Ahnung wie anstrengend es ist, stundenlang mucksmäuschenstill auf einem Campingstuhl zu lauern. Bereits das leiseste Bauchgrimmen hat mir einen sträflichen Blick eingebracht. Gott sei Dank hatten unsere beiden Jägermeister auch Probleme. Sie wurden ständig vom Schlaf übemannt. So hat dann hat deren Geschnarche mein Bauchgrimmen übertönt. Und endlich, nach vier Stunden, als sich noch immer nichts, ausser unseren eigenen Geräuschen, geregt hatte geschweige denn ein Büffel, entschied Lloyd diese Übung abzubrechen. Wie der Blitz verschwand ich hinter dem erst besten Busch...Von nun an war es etwas ruhiger.
Nun versuchten wir uner Jagdglück anderswo, holpern mit Lloyds Vehikel durch die stockdunkle Nacht, ans oberste Ende von Naivasha. Wie meistens sitze ich mit der Mannschaft, dieses Mal auch mit dem Sohn des Jägermeisters, hinten auf der Ladefläche. Die Fahrerkabine dieses Gefährts ist eben nur für drei schmale Personen designed. Der Umfang unserer beiden Jägermeister war beachtlich. Die anderen Elephanten wandern hier oben oft nachts herum. Die Männer steigen nun also fast alle aus und ich biete mich grosszügig an im Wagen zu bleiben um die Männer später wieder einzusammeln. Als Driver eben...
Ausgerüstet mit einem Walkie Talkie sitze ich in der stockfinsteren Fahrerkabine mit offenen Fenstern und staune wieder einmal mehr, wie wunderschön die Sterne am afrikanische Himmel nachts funkeln und wie viele es hier sind. Das "Gekrose" vom Walkie Talkie reisst mich unsanft aus meinen Betrachtungen. Ja wo ist es denn überhaupt? Und falls ich mit meiner Suche Erfolg haben sollte, wo muss ich eigentlich drücken. Als ich glücklicherweise endlich auch diesen Knopf gefunden hatte höre ich Amons abgehackte Stimme...in Shangan. Gut... Ich versuche Akani und Samuel, die auf der Ladefläche bequem unter ihren Decken schlafen, zu wecken. Vergeblich. Nun schraube ich die Lautstärke des Walkie Talkies auf Maximum. Dieses „Krchkrchrkchrch“ hat dann beide schlagartig aus ihren Träumen aufgeschreckt. Den Lärm den wir dabei verursachten war vermutlich meilenweit zu hören. Okay Madam! We go! Turn straight... Aha. Turn straight? Also fahre ich straight los. Nach 4 Kilometern sehe ich etwas aufblinken. Das müssen sie sein. Sie sind es.
Das Gelächter vom Jägermeister-Sohn konnte ich bereits von weitem hören. Es war so dunkel, dass sein Vater in seinem ganzen Umfang Lloyd übersehen und gerammt hat, als dieser gestoppt und angestrengt in die Finsternis lauschen wollte. Vor Schreck es könnnte ein Elephant sein hat er einen Schrei losgelassen. Also ist auch dieses Unterfangen am Lärmpegel gescheitert.
So lustig diese Episoden auch sind, es ist jedes Mal ein Drama für die Communities wenn kein Tier geschossen wird. Die Leute leben davon, sie sind darauf angewiesen um zu überleben. Die Wirtschaftskrise in Zimbabwe ist verheerend.
Die Trophy Fees ( Wert eines Tieres) kommen den Communities zugute und werden wie folgt aufgeteilt:
57% des Erlöses steht den Communities zu
4% geht an CAMPFIRE (Comunial Aria Management Program for Indigeous Recources Environment.
39% geht an Chiredzi Rural District Council.
Die Jäger die nach Zimbabwe reisen bezahlen uns eine Tagespauschale, die Kost und Logis, Trackers
(Fährtensucher), Skinner, Camp Personal, Diesel etc. und uns abdecken sollte...
Die legale und kontrollierte Grosswild Jagd in Zimbabwe unterstützt die Communities des jeweiligen Districts. Die Menschen brauchen die Jagd, damit sie überleben können. Nicht nur das Geld der Jagd. Vor allem brauchen und bekommen sie auch das Fleisch.
Gerät die Grosswild Jagd unter Beschuss durch unwissende, fanatische Tierschützer, setzt unweigerlich die Wilderei wieder ein. Also trägt die kontrollierte Grosswild Jagd erheblich zum Überleben der Menschen bei und schütz zugleich den Fortbestand der Tiere.

Da ich nun hier zu Hause bin möchte ich mich für die Schulkinder der umliegenden Communities einsetzen. Es fehlt an allem:
Schulhefte, Schreiber, Schulgeld...
Zum besseren Verständnis ein Vergleich:
Durchschnittliches Jahreseinkommen ca. 600 USD
1 Liter Treibstoff kostet 1.00 USD
1 kg Brot 1.00 USD
5 Tomaten 1.00 USD
1 kg Kartoffeln kosten 1.30 USD
1 Fl Coca Cola 300ml 0.50 USD
1 Sack Mealie Meal 10 kg 6.00 USD (National Gericht)

1 Sack Cement 13.00 USD

1 Schulheft 0.95 USD

Schulgebühren kosten jährlich 75 – 150 USD pro Kind. Momentan ist die Wirtschaftslage so schlimm, dass viele Kinder nicht mehr zur Schule gehen können
Jedes Jahr im Mai findet ein Fussballturnier für die Schüler der vier umliegenden Communities statt. Dies ist das Sportereignis des Jahres für Gross und Klein. Hier ist die Schule Dreh- und Angelpunkt.
Jede der vier Schulen stellt eine Mannschaft (14 Kinder pro Mannschaft). Aber dazu braucht es natürlich das richtige Outfit, 4 Fussbälle, Frühstück und Mittagessen für alle Kinder, kleine Preise und Geld... Tja Geld… Die Kosten belaufen sich auf ca. USD 5000.-. Erwartet werden mindestens 2000 Zuschauer…
Nun versuche ich alles Mögliche in Bewegung zu setzen, damit dieser Anlass auch dieses Jahr stattfinden kann.

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich Unterstützung aus der Schweizbekäme.
Ein T-Shirt inkl. Aufdruck kostet z. Bsp. 7.00 USD…Hardy, Lloyds rechte Hand für Verhandlungen, ist auch Lehrer. Er macht eine Aufstellung was wir alles benötigen und organisiert das Ereignis mit. Ohne Verpflegung belaufen sich die Kosten bis jetzt auf USD 2700.
Mein Plan ist es, die Schulkinder unserer vier umliegenden Communities auch zukünftig zu unterstützen. Es ist momentan der einzige Weg die Korruption dieses Landes zu umgehen und etwas Nützliches zu tun. Und nun hoffe ich natürlich auf Unterstützung aus der Schweiz.
Ich halte euch auf dem Laufenden!

Herzliche Grüsse aus Zimbabwe
Sabine

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